Einsatztagebuch

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Einsatz Hochwassereinsatz (Sa 08.04.2006)
06-1: Hochwassereinsatz an der Elbe

Einsatzart:Hochwassereinsatz
Einsatztyp:KatS-Einsatz
Einsatztag:08.04.2006 - 11.04.2006
Alarmierung:Alarmierung durch Koordinierungsstelle/Lagezentrum
am 08.04.2006 .
Einsatzkräfte
Einsatzende:11.04.2006
Einsatzort:Elbeabschnitt bei Neu Garge (Lüneburg)
Einsatzauftrag:
Einsatzgrund:
Eingesetzte Kräfte
  • 1 Gruppenführer
  • 1 Taucheinsatzführer
  • 1 Bootsführer
  • 1 Bootsgast
  • 4 Einsatztaucher
0/2/6/8

Kurzbericht:

Am Samstag, den 08. April 2006, erreichte unseren Einsatzschwerpunkt des Landkreises
Vechta (OG Bakum und OG Dinklage) die Alarmierung für den Hochwassereinsatz in Amt
Neuhaus.
Daraufhin versammelten sich am Sonntag gegen 5.30 Uhr acht Rettungstaucher und
Bootsführer der Einsatzgruppe unter dem Gruppenführer Thomas Kolbeck, um dann vom
Rastplatz Oythen mit der 28-Mann starken Einsatzgruppe des Bezirks Oldenburg-
Münsterland ins Krisengebiet aufzubrechen. Da Spezialisten wie Taucher und Bootsführer
sehr gefragt sind, nahmen neben den 600 aktiven und weiteren 800 abrufbaren Helfern der
DLRG an unserem DLRG-Einsatz insgesamt zwei Wasserrettungszüge mit 112 Helfern teil.
"Wir sind in Neu Garge unterhalb von Neuhaus zusammen mit den DLRG-Trupps aus
Delmenhorst und Oldenburg zu Deichsicherungsmaßnahmen eingesetzt", sagte DLRG-
Einsatzleiterin Gabi Puhl. Das Problem an der Stelle sei, dass dort der Anschluss eines
neuen an einen alten Deich angrenze und die Gefahr bestehe, dass Treibgut Löcher in den
Deich schlage. "Wir richten uns auf einen Einsatz bis Dienstag ein. Es kann aber auch
Ostern werden", so Gabi Puhl weiter. Allerdings mussten einige Helfer den Deich bereits
am Sonntagabend verlassen - ihre Arbeitgeber hatten einem weiteren Einsatz nicht
zugestimmt. Darunter befand sich auch unsere Einsatzgruppe, die zu einer Lüneburger
Kaserne abreiste, um neue Kräfte im unermüdlichen Einsatz gegen das Hochwasser der
Elbe zu schöpfen.
Nach einer kurzen Ruhepause waren unsere Einsatzkräfte wieder im niedersächsischen Neu
Garge (Amt Neuhaus) im Einsatz. Für uns galt jetzt 24-Stunden-Bereitschaft, da der
Krisenstab die Lage von "Deichsicherung" auf "Deichverteidigung" hoch gestuft hatte. In
beiden Wasserrettungszügen standen Taucher bereit um in den Einsatz zu gehen, falls es
erforderlich wird die Deiche wasserseitig mit Folien abzudecken, wie es auch beim
Elbehochwasser 2002 notwendig wurde. Einsatzleiter Thomas Kolbeck teilte mit, dass die
Hilfskräfte auf die zugesagte Unterstützung von 500 Bundeswehr-Soldaten warten würden.
Derweil betrieben acht Kollegen aus Ganderkesee die Tage über eine Funkrelais-Station,
damit die Kommunikation zwischen Booten und Einsatzleitern auf einer zwölf Kilometer
langen Deichlinie klappte. Die Landinnenseite wurde mit Folien und Sandsäcken an
kritischen Stellen gesichert. Von der Wasserseite kamen mit Schuten, einer Art Anhänger
für Schiffe, ständig neue Sandsäcke, die von der Bundeswehr verlegt wurden. Diese
verteilten "Baustellen" mit teilweise 280.000 Säcken, von denen wir auf unseren 12-
Kilometer langen Deich sechs Baustellen unter anderem zu beaufsichtigen hatten, wurden
von uns abgesichert, falls jemand bei der Verlegung in das Wasser stürzen sollte.
Dienstagabend ging es dann für unsere Einsatzgruppe zurück nach Hause. Frische Kräfte,
die Urlaub haben oder von ihren Arbeitgebern freigestellt werden, kamen zur Ablöse.